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Jugend wird Politsch






KJG kritisiert Kürzungen und Streichungen im Bistum

Traditionell fährt die KJG Herz-Jesu aus Duisburg-Neumühl auf dem Karnevalszug in ihrem Stadtteil mit. In den letzen Jahren waren die Kinder passend zu Aktionen, die von der KJG im Jahr veranstaltet wurden, verkleidet. Zuvor wurde auch schon der Welt-Jugend-Tag thematisiert.

 

Dieses Jahr setzen sich die Gruppenleiter als Ziel, nicht einen Prunkwagen zu schmücken, sondern einen richtigen Karnevalswagen zu bauen.

Als Thema stand recht schnell die Umstrukturierung im Bistum Essen fest, denn Duisburg ist als erste Stadt betroffen. Auch ein Motto war schnell gefunden und unter dem Slogan „Es ist Genn-ung“ fingen die Verantwortlichen Mitte November an, einen Wagen zu planen. Im Januar war es dann soweit und drei verschiedene Gruppen begannen an unterschiedlichen Teilen des Wagens zu bauen.

„Als Karnevalswagen“ so Evelyn Woiczinski, „bekommen wir zum Glück immer einen Trecker und einen Anhänger von einem Bauern aus unserem Stadtteil“. Auf diesen Anhänger errichtete die KJG Herz-Jesu also den Schmidthorster Dom. Hierfür wurden knapp 30 Meter Holzlatten zu einem Gerüst verschraubt. „Die eigentliche Schwierigkeit beim Planen“ so Thomas Hermey, Chefplaner des Wagens, „war, die Kirche so zu bauen, dass sie einerseits sehr stabil ist, andererseits musste sie aber auch aus mehreren Einzelteilen bestehen, damit wir sie besser einlagern können“. Schließlich soll der normale Betrieb im Jugendheim während der Bauphase weiter laufen.

 

Während also das Grundgerüst für die Kirche entstand, setzten sich die Zwerchfellquäler, die Jugendgruppe der KJG, mit dem Kopf von Bischof Felix Genn auseinander. Der Bischof sollte nämlich hinter der Kirche auf der Schatzkammer des Bistums Essen sitzen und mit einem großen Hammer immer wieder auf die Kirche schlagen. Dafür wurde von den Kindern ein Gestell aus Latten und Kaninchendraht mit Pappmachee beklebt, bis die Konturen des Kopfes entstanden. Dieser wurde dann noch bemalt.

 

Am Samstag vor Rosenmontag wurde dann alles auf dem Anhänger zusammengefügt. Das Gerüst der Kirche passte wie angegossen und wurde schnell noch mit Teichfolie und eingefärbten Betttüchern bespannt. Die Schatztruhe wurde dahinter montiert und der Bischof thronte über dem Ganzen. „Alles lief soweit nach Plan. Natürlich“, so gesteht Pfarrjugendleiterin

Christina Busch ein, „mussten wir an diesem Tag ca. 10 mal in den Baumarkt fahren, aber nach und nach fügte sich alles zusammen“.

Einen Rückschlag erlitten die Jugendlichen dann doch noch kurz bevor der Wagen nach der Vorabendmesse der Gemeinde vorgestellt werden sollte. „Die Elektronik, die den Hammer bewegen sollte“ so Pfarrjugendleiter Sebastian Haak „ging leider kaputt und wir mussten den Hammer von Hand bewegen. Das klappte aber auch sehr gut...“.

 

Trotz dieser Widrigkeiten und dem Problem, dass auf dem Wagen mit den Aufbauten nicht genug Platz für all das Wurfmaterial war, schaffte es die KJG mit vielen Kindern und Leitern pünktlich beim Rosenmontagszug zu sein. Das Platzproblem wurde durch einen zweiten Anhänger gelöst und der Hammer konnte auch vom Boden aus bedient werden, sodass Bischof Genn regelmäßig auf die Kirche schlug woraufhin dann immer ein Turm einfiel.

Der Wagen wurde im Stadtteil sehr gut aufgenommen und viele Leute freuten sich, dass die KJG solch ein aktuelles Thema aufgriff. Neben den vielen anerkennenden Worten vom Straßenrand wurde der Wagen dann auch noch mit einem Preis der Bezirksvertretung belohnt.

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